Horst-Wessel-Studium

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach dem "Blutzeugen" Wessel benanntes nationalsozialistisches Stipendium und Begabtenförderungswerk, getragen von der Reichsstudentenführung zusammen mit dem RAD und der HJ, finanziert vom Reichsstudentenwerk und der Reichsstudentenführung. Das Horst-Wessel-Studium sollte "wertvollen und begabten Gliedern der Volksgemeinschaft", die aus sozialen Gründen keine höhere Schulbildung genießen konnten oder denen Mittel zum Studieren fehlten, ein Hochschulstudium ermöglichen, besonders "Bauern- und Arbeitersöhnen". Kandidaten für das Horst-Wessel-Studium wurden von der NSDAP oder ihren Gliederungen, besonders dem RAD, der HJ und der DAF, vorgeschlagen; die Kandidaten mussten in mehrtägigen Lagern ihre "geistigen Fähigkeiten" beweisen; wer ausgewählt war, wurde in einem einjährigen Kurs auf das eigentliche Studium vorbereitet, an dessen Abschluss eine Prüfung weniger Wissen als vielmehr "Begabung, Haltung und Charakter" belegen sollte. Die erfolgreichen Absolventen konnten dann ein Hochschulstudium aufnehmen, unterlagen aber noch für anderthalb Jahre in Gruppen zu zehn einer besonderen Betreuung.