Ilse Koch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche KZ-Bewacherin

    geboren: 22. September 1906 Dresden gestorben: 2. September 1967 Gefängnis Aichach


    (geborene Köhler), Sekretärin, 1932 NSDAP-Beitritt. Koch heiratete 1936 den Lagerführer des KZ Sachsenhausen Karl Otto Koch (* Darmstadt 2. 8. 1897, † Buchenwald im April 1945), der 1937 den Auftrag zum Aufbau des KZ Buchenwald erhielt. Koch war im Lager wegen ihrer Brutalitäten gefürchtet ("Hexe von Buchenwald"), ihr Mann wegen seiner über Leichen gehenden Habgier: Er errichtete mit Häftlingsgut ein regelrechtes "Warenhaus". 1942 wurde er mit seiner Familie ins KZ Maidanek strafversetzt, wo er seine zwielichtigen Geschäfte und sie ihre Affären mit SS-Männern fortsetzte. Während Zigtausende in den Gaskammern starben, wurden Koch und ihr Mann 1943 auf Veranlassung des SS-Richters Waldeck-Pyrmont verhaftet, sie wegen angeblicher Unterschlagung von rund 710 000 RM, er wegen Mordes an drei Häftlingen, die zuviel gewusst hatten. Ilse Koch wurde mangels Beweisen freigesprochen, ihr Mann im April 45 erschossen. Die Amerikaner verurteilten Ilse Koch 1947 zu lebenslänglicher Haft, begnadigten sie aber 1949. Unmittelbar danach wurde sie von einem deutschen Gericht der Anstiftung zum Mord in 135 Fällen angeklagt und am 15. 1. 51 wegen Anstiftung zum versuchten Mord in fünf Fällen zu lebenslänglicher Haft verurteilt, die Befragung von 2 000 Zeugen hatte keine Beweise für Tötungshandlungen ergeben. Vergeblich blieb der Revisionsversuch der Verteidigung, die das Verfahren unter dem Druck der öffentlichen Vorverurteilung in den Medien für rechtswidrig hielt.