Ina Seidel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Schriftstellerin

    geboren: 15. September 1885 in Halle an der Saale gestorben: 2. Oktober 1974 in Schäftlarn, Oberbayern


    Nach religiös-lyrischen Anfängen und patriotischen Gedichten im Ersten Weltkrieg hatte Seidel mit Romanen wie "Das Labyrinth" (1921) und v. a. "Das Wunschkind" (1930) Erfolg. Die mystische Prägung ihrer Prosa steigerte sich noch im Roman "Lennacker" (1938) und wurde von der nationalsozialistischen Kritik als das Bemühen gewertet, "das Bluterbe als Lebensgesetz zu zeigen". Diese Wertschätzung erwiderte Seidel, die Mitglied der Akademie der Dichtung war und 1941 den Dichterpreis der Stadt Wien erhielt, durch hymnische Verse an Hitler. Zwar bedauerte sie später diesen "Irrtum", änderte aber ihren dichterischen Ton des Wähnens und Waltens auch nach 1945 nicht (u. a. "Das unverwesliche Erbe", 1954, "Michaela", 1959).