Intellekt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Verständnisvermögen; von den Nationalsozialisten nicht als schöpferische Begabung begriffen, sondern als "kritisch Zergliederndes", als "Zersetzendes" negativ gesehen. Intellektuell bedeutete im nationalsozialistischen Sprachgebrauch die einseitige Ausbildung der Verstandeskräfte, die zu Lasten des Charakters zu einer "überkritischen" Haltung führe. So galten Angriffe auf den Staat oder seine Repräsentanten (z. B. das Attentat auf Hitler) als "Resultat ... eines diabolischen Intellekts" (Goebbels 1944). In diesem Sinne hatten die Begriffe Intellektueller und Intellektualismus im Dritten Reich fast Schimpfwortcharakter und wurden auch nach 45 vielfach im abwertenden Sinne eingesetzt.