Invasion

    Aus Lexikon Drittes Reich

    allgemeine Bezeichnung für militärisches Eindringen in fremdes Territorium, im Zweiten Weltkrieg im engeren Sinne für die Landung britisch-amerikanischer Truppen im von Deutschland besetzten Frankreich, der eine Invasion Italiens vorausging. Drei Monate nach Ende des Afrikafeldzugs landeten am 10. 7. 43 eine britische und eine amerikanische Armee auf Sizilien, das die deutsch-italienischen Verteidiger bis Mitte August räumten. Die eigentliche Festlands-Invasion begann mit dem Übersetzen der britischen 8. Armee am 3. 9. über die Straße von Messina und der Landung der 5. US-Armee am 9. 9. in der Salerno-Bucht. Die Verteidigung hatten nach Ausscheiden Italiens aus dem Krieg (Waffenstillstand 8. 9. 43) allein die deutschen Truppen übernommen, die die einstigen Verbündeten entwaffneten, den verhafteten Mussolini am 12. 9. befreiten und in Salò eine norditalienische Marionettenregierung des Duce etablierten. Die von den Alliierten gestützte Regierung Badoglio erklärte dagegen am 13. 10. Deutschland den Krieg. Sie verfügte bis Ende 43 über die befreiten Gebiete Süditaliens sowie über Korsika und Sardinien.

    Gegen massive deutsche Abwehr, v. a. am Monte Cassino, kamen die Alliierten nur langsam voran. Erst Ende Mai 44 brachen sie auf Rom durch, das am 4. 6. fiel, während die deutsche Front über den Arno in den Appennin zurückwich und die eigentliche Invasion in der Normandie am 6. 6. 44 begann: Mit 4 126 Landungsfahrzeugen und 2 316 Transportflugzeugen setzten an diesem "D-day" (D = Decision) die Westalliierten zur lange von Stalin geforderten Bildung einer 2. Front in Europa an (Operation "Overlord"). Schon am ersten Tag flogen die alliierten Luftwaffen 14 674 Einsätze, denen nur 319 deutsche gegenüberstanden, und errangen sofort die Luftherrschaft. Deutsche Gegenangriffe schlugen nicht durch und bis 18. 6. konnten die Alliierten (Oberbefehlshaber General Eisenhower) 619 000 Soldaten mit 95 000 Fahrzeugen landen. Ihnen standen 86 Divisionen zur Verfügung gegen 56 deutsche von sehr unterschiedlicher Qualität. Am 30. 6. 44 fiel Cherbourg; nach Ausbruch aus dem Brückenkopf begannen die Alliierten vom 2. 8. an einen stürmischen Vormarsch nach Frankreich hinein. Paris wurde am 25. 8. besetzt, Brüssel am 3. 9. Am 15. 8. 44 landeten alliierte Truppen auch an der französischen Mittelmeerküste und trafen am 11. 9. bei Dijon mit aus der Normandie kommenden amerikanischen Verbänden zusammen, am gleichen Tag erreichten amerikanische Truppen erstmals die Reichsgrenze nordwestlich Trier. Bis dahin waren 360 000 deutsche Soldaten in Gefangenschaft geraten. Sieben alliierte Armeen standen im Westen, davon vier amerikanische. Ihr Vormarsch kam noch einmal ins Stocken, als bei einer groß angelegten Luftlandeoperation in Südholland, die den Weg ins Ruhrgebiet öffnen sollte, vom 17.-26. 9. eine britische Luftlandedivision zerschlagen wurde (6 450 Gefangene). Hitler sah sich durch diesen Abwehrerfolg zu einer Gegenoffensive im Westen ermutigt. Nachdem die Amerikaner als erste deutsche Großstadt am 21. 10. Aachen erobert hatten und wenig später die Franzosen Straßburg (23. 11.), kam am 16. 12. zwischen Hohem Venn und Nordluxemburg (Ardennenoffensive) ein deutscher Angriff in Gang, getragen von 29 Divisionen und 1 794 Flugzeugen. Ziel war der Nachschubhafen Antwerpen. Nach Anfangserfolgen gegen einen überraschten Gegner brach der deutsche Angriff in wenigen Tagen zusammen, ebenso wie ein Vorstoß im nördlichen Elsass. Das deutsche Heer hatte dabei 12 652 Tote, 30 585 Vermisste, 38 600 Verwundete und 222 Panzer, die Alliierten beklagten 8 607 Tote, 21 144 Vermisste, 47 129 Verwundete und mussten 471 Sherman-Panzer ersetzen.