Józef Klemens Pilsudski

    Aus Lexikon Drittes Reich

    polnischer Marschall und Politiker

    geboren: 5. Dezember 1867 in Zulowo gestorben: 12. Mai 1935 in Warschau


    1887-92 wegen subversiver Tätigkeit nach Sibirien verbannt, danach Eintritt in die Sozialistische Partei Polens (PPS), 1894 deren Führer. Pilsudski baute gegen die Russen paramilitärische Verbände auf, stellte sich mit seiner Polnischen Legion im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Mittelmächte und wurde 1918 erster Staatspräsident des neuen Polen. Als Marschall von Polen gelang ihm im August 20 die Abwehr der Roten Armee ("Wunder an der Weichsel"). 1923 Rückzug aus der Politik. Am 12. 5. 26 stürzte Pilsudski, gestützt aufs Militär und seine große Popularität, die demokratische Regierung und wurde ohne formale Ernennung zum Staatspräsidenten Diktator Polens unter Beibehaltung der parlamentarischen Formen. Durch Annäherung an die übermächtigen Nachbarn suchte Pilsudski den polnischen Staat zu stabilisieren und schloss Nichtangriffspakte mit der Sowjetunion (25. 7. 32) und, in Fehleinschätzung der wahren Ziele Hitlers, mit dem Deutschen Reich (26. 1. 34).