Jakob Kaiser

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 8. Februar 1888 Hammelburg (Unterfranken) gestorben: 7. Mai 1961 Berlin


    Buchbinder, 1912 Mitglied der christlichen Gewerkschaften und 1918-33 deren Vorsitzender in Westdeutschland. Kaiser, 1932/33 noch MdR des Zentrums, protestierte im Mai 33 vergeblich gegen die nationalsozialistische Zerschlagung der Gewerkschaften, hielt dann engen Kontakt zu Leuschner als Vertreter der Freien Gewerkschaften und zu anderen Repräsentanten der Arbeiterbewegung. Er war maßgeblich am sozialpolitischen Programm des Widerstands beteiligt und sollte in einer von Konfessions- und weltanschaulichen Bindungen freien "Deutschen Gewerkschaft" nach dem Zwanzigsten Juli 44 stellvertretender Vorsitzender werden. 1945 war Kaiser Mitbegründer der Ost-CDU, überwarf sich mit der sowjetischen Besatzungsmacht, war 1948/49 im Westen Mitglied des Parlamentarischen Rats, 1949-61 Bundestagsabgeordneter und 1949-57 Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen. Kaiser bekämpfte den Westkurs seines Parteivorstands Adenauer als Gefahr für eine deutsche Wiedervereinigung.