Joachim Gottschalk

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Filmschauspieler

    geboren: 10. April 1904 in Calau, Niederlausitz gestorben: 7. November 1941 in Berlin


    "Joschi"; zunächst Seemann, dann Bühnentätigkeit in Leipzig und Frankfurt/M. Gottschalk wurde 1938 ans Berliner Theater am Bülowplatz berufen und erlebte viele Erfolge. Als er auch als Filmschauspieler reüssierte, u. a. an der Seite von Paula Wessely in Ucickys "Ein Leben lang" (1940), wurde man von offizieller Seite auf ihn aufmerksam - und auf seine Ehe mit einer Jüdin. Gottschalk geriet unter erheblichen Druck, sich scheiden zu lassen, und wurde wegen der Weigerung wirtschaftlich erpresst. Schließlich griff die Gestapo zum Vorwurf der "Rassenschande", die seine Frau außerehelich begangen haben sollte. Gottschalk ging zusammen mit ihr und dem achtjährigen Sohn in den Freitod, der in Künstlerkreisen tiefe Erschütterung hervorrief. Gottschalks Abschiedsbrief endete mit dem Kleist-Zitat: "Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war."