Johann Ludwig (Lutz) Graf von Schwerin von Krosigk

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Reichsfinanzminister

    geboren: 22. August 1887 in Rathmannsdorf gestorben: 4. März 1977 in Essen


    (Titel 1925 durch Adoption erhalten), Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, im Ersten Weltkrieg Offizier, 1920 Regierungsrat in der Friedensvertragsabteilung im Reichsfinanzministerium, 1929 als Ministerialdirigent Leiter der Etatabteilung. Der renommierte Finanzexperte erhielt als Parteiloser am 2. 6. 32 im "Kabinett der Barone" unter Papen das Finanzressort und behielt es auch unter Schleicher und Hitler bis zum Zusammenbruch 1945, obwohl er nicht der NSDAP beitrat. Politisch profilierte er sich nie, pflegte einerseits Verbindungen zu Widerstandskreisen und protestierte andererseits nicht gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung. Ohne seine geschickte Amtsführung wäre auch die Finanzierung der Aufrüstung erheblich schwieriger gewesen. Bei Kriegsende wurde er in der Regierung Dönitz unter Vermeidung der Bezeichnung Reichskanzler Leiter der "Geschäftsführenden Reichsregierung unter Führung der Geschäfte des Reichsaußen- und Reichsfinanzministeriums". Nach der Verhaftung am 23. 5. 45 interniert, wurde Schwerin von Krosigk im Wilhelmstraßenprozess am 11. 4. 49 zu zehn Jahren Haft verurteilt, aber schon im Januar 51 entlassen. Seine Erinnerungsbücher über die Zeit des Dritten Reichs zeichnen sich durch genaue Porträts der handelnden Personen aus (u. a. "Es geschah in Deutschland", 1951).