Johannes Popitz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 2. Dezember 1884 Leipzig gestorben: 2. Februar 1945 Berlin-Plötzensee (hingerichtet)


    1914-19 Referent im preußischen Innenministerium, 1919-29 im Reichsfinanzministerium (ab 1925 als Staatssekretär). Popitz, der sich einen Namen als Steuerfachmann gemacht hatte ("Kommentar zum Umsatzsteuergesetz", 1918), wurde nach der Machtergreifung am 21. 4. 33 zum preußischen Finanzminister berufen, obwohl er nicht der NSDAP angehörte. Als national-konservativer Gegner der Republik sah er deren Ende zunächst nicht ungern, lehnte aber bald das neue Regime noch entschiedener ab. Ein Rücktrittsgesuch 1938 wegen der Judenverfolgung wurde abgelehnt. Über die Mittwochsgesellschaft fand Popitz Kontakt zu L. Beck und Goerdeler, deren Widerstandsplanungen er sich zur Verfügung stellte. Er arbeitete in Goerdelers Sinn schon 1939/40 ein restauratives "Vorläufiges Staatsgrundgesetz" für ein Deutschland nach Hitler aus und sondierte 1943 bei Himmler, wie er sich zu einem Staatsstreich stellen würde. Von den Verschwörern des 20. 7. 44 als Kultus- und Finanzminister vorgesehen, wurde Popitz schon am nächsten Tag verhaftet und am 3. 10. 44 zum Tod verurteilt.