Josef Bürckel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 30. März 1895 Lingenfeld (Pfalz) gestorben: 28. September 1944 Neustadt (Haardt)


    Lehrer, Frontsoldat im Ersten Weltkrieg; 1921 Anschluss an die NSDAP und Bekämpfung des Separatismus in der Pfalz, deren Gauleiter Bürckel seit März 26 war; 1930 MdR. Als geschickter Verhandler wurde Bürckel 1935 zum Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlands und 1938 für die Vereinigung Österreichs mit dem Reich ernannt. 1939/40 Reichsstatthalter von Österreich und Gauleiter von Wien, kehrte Bürckel am 2. 8. 40 als Chef der Zivilverwaltung des besetzten Lothringen in den Westen zurück. Wie ein Provinzdiktator regierte er hier und in seinem Gau "Westmark" (Saargebiet und Saarpfalz). Am 22. 10. 40 ließ er alle Juden ins unbesetzte Frankreich abschieben, wo viele im Lager Gurs umkamen. Damit konnte Bürckel nur vorübergehend den Unmut der nationalsozialistischen Führung über seinen ausschweifenden Lebensstil und das selbstherrliche Regiment dämpfen. Als er bei herannahender Front im September 44 nur zögernd an die befohlenen Verteidigungsmaßnahmen ging, legte ihm Bormann den Selbstmord nahe, der dann als Unfall deklariert und mit einem Staatsbegräbnis kaschiert wurde.