Josef Kehr

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Oberscharführer (Februar 42)

    geboren: 17. Oktober 1904 Langenau (Oberschlesien)


    Schreiner; 1932 NSDAP- und SS-Beitritt. Kehr ließ sich zum Sanitäter ausbilden und wurde Wachmann in den KZ Buchenwald und Dachau. Im Oktober 41 wurde er nach Auschwitz versetzt, wo er im Sanitätsrevier Dienst tat und zum Teil selbständig Häftlinge zur Tötung durch Phenolinjektionen oder durch Vergasen selektierte. 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft, erhielt als Waffen-SS-Angehöriger aber nur routinemäßig drei Jahre Arbeitslager. Erst im September 60 wurde er in Untersuchungshaft genommen und im Frankfurter Auschwitz-Prozess am 20. 8. 65 zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht hatte ihm 475 Morde und Beihilfe zum Mord in mindestens 2 730 Fällen nachgewiesen.