Josef Müller

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist und Politiker

    geboren: 27. März 1898 Steinwiesen (Oberfranken) gestorben: 12. September 1979 München


    Müller gehörte bis 1933 als Funktionär der Bayerischen Volkspartei an, arbeitete dann als Jurist für kirchliche Institutionen und wurde nach Kriegsausbruch der Abwehrabteilung des OKW zugeteilt, wo er im Kontakt mit militärischen Widerstandskreisen um Beck ab Oktober 39 versuchte, über den Vatikan mit der britischen Regierung Kontakt aufzunehmen, um Friedensbedingungen bei einem Sturz Hitlers zu erkunden. 1943 wurde Müller wegen Landesverrats verhaftet und vor dem Reichskriegsgericht wegen Hochverrats angeklagt. Trotz Freispruchs blieb er in Haft und war 1944/45 in den KZ Buchenwald und Dachau. 1945 gehörte er zu den Gründern der CSU, war bis 1949 deren Vorsitzender, 1947-49 stellvertretender bayerischer Ministerpräsident und 1947-52 bayerischer Justizminister.