Josef Wagner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 12. Januar 1899 Algringen (Lothringen) gestorben: Ende April 1945 vermutlich Berlin


    Kriegsfreiwilliger, 1918 schwere Verwundung und französische Gefangenschaft, Lehrerausbildung, 1922 Gründung einer NSDAP-Ortsgruppe in Bochum, 1928 einer der ersten nationalsozialistischen MdR, Oktober 28 Gauleiter in Westfalen (1930 Westfalen-Süd). Trotz seiner bekannt kirchlich-katholischen Haltung stieg Wagner weiter auf, wurde im Dezember 34 (zusätzlich zu seinem westfälischen Posten) Oberpräsident und Gauleiter von Schlesien und erhielt am 29. 10. 36 die Ernennung zum Reichskommissar für die Preisbildung. Erst nach Kriegsbeginn stieß sich die Parteiführung an der christlichen Haltung von Wagner, entzog ihm im Januar 41 die schlesischen Ämter und Ende 41 auch die Gauleitung in Westfalen. Gegen einen Spruch des Obersten Parteigerichts verfügte Hitler am 12. 10. 42 den Ausschluss aus der NSDAP und im Herbst 43 Gestapo-Überwachung. Weil sein persönlicher Referent als Reichskommissar Yorck von Wartenburg gewesen war, wurde Wagner nach dem Attentat vom Zwanzigsten Juli 44 in Haft genommen und wahrscheinlich in den letzten Kriegstagen Opfer seiner SS-Bewacher.