Josip Tito

    Aus Lexikon Drittes Reich

    jugoslawischer Marschall (29.11.43) und Politiker

    geboren: 25. 1892 Kumrovec (Kroatien) gestorben: 4. 1980 Ljubljana


    ursprünglich J. Broz, Mechaniker, 1915-17 in russischer Kriegsgefangenschaft, danach Dienst in der Roten Armee, 1920 Rückkehr nach Jugoslawien und Mitbegründer der dortigen Kommunistischen Partei (KPJ), 1927/28 Gewerkschaftssekretär, 1928-34 in Haft, danach Emigration, 1934 Mitglied des Politbüros der KPJ, 1937 ihr Generalsekretär. Tito warb 1936-38 Freiwillige für die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg und kämpfte selbst aktiv gegen Franco. Vor Kriegsausbruch nach Jugoslawien zurückgekehrt, organisierte er nach dem Balkanfeldzug den Kampf der Partisanen gegen die Besatzer, bildete zusammen mit bürgerlichen Politikern 1943 eine provisorische Regierung und wurde 1945 nach blutiger Abrechnung mit den Kollaborateuren und Ausbootung der bürgerlichen Kräfte Ministerpräsident und Staatschef der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien. 1953 zum Staatspräsidenten ernannt (ab 1963 auf Lebenszeit), hielt Tito den instabilen Mehrvölkerstaat durch seine Autorität und den Nimbus des Befreiers von der faschistischen Fremdherrschaft zusammen. Zu seiner Popularität trug zudem bei, dass er sich 1948 aus sowjetischer Bevormundung löste, einen blockfreien Kurs einschlug und im ökonomischen Bereich Kollektivierung und radikale Planwirtschaft vermied.