Jozef Tiso

    Aus Lexikon Drittes Reich

    slowakischer Politiker

    geboren: 13. Oktober 1887 Velka Bytca gestorben: 18. April 1947 Pressburg


    zunächst Priester, 1918 Mitbegründer der Slowakischen Volkspartei, 1925 für sie im Prager Parlament und 1927/28 tschechoslowakischer Gesundheitsminister. Tiso wurde nach dem Münchener Abkommen am 6. 10. 38 Ministerpräsident der autonomen Slowakei. Als die Prager Regierung ihn am 10. 3. 39 für abgesetzt erklärte, stellte er die Slowakei unter deutschen Schutz und proklamierte am 14. 3. 39 ihre Unabhängigkeit. In der Folge wurde Tiso, ab 26. 10. 39 Staatspräsident, zum willigen Erfüllungsgehilfen Berlins, trat Dreimächte- wie Antikominternpakt bei, stellte Truppen für den deutschen Russlandfeldzug und wehrte sich nicht gegen die Einbeziehung seines Lands in die Endlösung der Judenfrage. Beim slowakischen Aufstand vom August 44 förderte er die Unterdrückungsmaßnahmen der SS, floh am 5. 4. 45 nach Westen, geriet in alliierte Haft und wurde an die Tschechoslowakei ausgeliefert. Im Dezember 46 angeklagt, wurde Tiso wegen Hochverrats zum Tod verurteilt und hingerichtet.