Judenhäuser

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in jüdischem Besitz befindliche Gebäude, in die jüdische Mieter zwangseingewiesen werden konnten. Im Zuge der Einschränkungen für die deutschen Juden nach der Kristallnacht wurde am 30. 4. 39 das Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden erlassen. Es beabsichtigte eine Trennung von den Nichtjuden und hob den Mieterschutz für Juden auf, sobald der Vermieter eine Bescheinigung der Gemeinde vorlegen konnte, dass die Gekündigten anderweitig untergebracht würden. Die Gemeinde hatte dann die Aufgabe, die Gekündigten, "gegebenenfalls zwangsweise", bei jüdischen Hausbesitzern unterzubringen. Jedoch sollte keine Gettobildung stattfinden. Mitte 41 wurde das Gesetz in vielen deutschen Städten auch auf den jüdischen Hausbesitz angewandt und die jüdische Bevölkerung weiter zusammengedrängt, in Hannover z. B. auf nur 16 Judenhäuser, in denen die Gestapo eine strenge Kontrolle ausübte. Ende 41 begann aus den Judenhäusern heraus die Deportation der deutschen Juden in die osteuropäischen Gettos und Vernichtungslager.