Judenstern

    Aus Lexikon Drittes Reich

    zwei gleiche, gleichseitige, ineinander geschobene, schwarz umrandete gelbe Stoffdreiecke (Sechsstern, Hexagramm) mit der Aufschrift "Jude", gemäß Verordnung vom 23. 11. 39 von allen Juden im deutsch besetzten Polen und nach Polizeiverordnung vom 2. 9. 41 auch im Deutschen Reich vom 19. 9. an von allen jüdischen Personen über sechs Jahren auf der linken Brustseite zu tragen. Mit dieser Maßnahme der Judenverfolgung knüpften die Nationalsozialisten an die mittelalterliche Kennzeichnungspflicht der Juden an, wählten aber zur Verspottung der Opfer nicht die früher üblichen Ringzeichen oder spitzen Judenhüte, sondern das nationale und religiöse Symbol des Judentums, den Davidstern, der seit 1897 auch Wahrzeichen des Zionismus war. Er wurde an die Betroffenen ausgegeben mit der Weisung, ihn "pfleglich zu behandeln" und in vorgeschriebener Weise aufzunähen. Die Kennzeichnung mit dem Judenstern wurde durch RSHA-Erlass vom 13. 3. 42 auch für Wohnungstüren jüdischer Besitzer und Mieter vorgeschrieben und war letztes Glied in der Kette von Brandmarkungen, die von der Beschmierung jüdischer Geschäfte (Judenboykott) über die Stempelung jüdischer Pässe mit einem J bis zur Zwangsannahme der jüdischen Vornamen Israel und Sara reichten.