Juliabkommen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 11. 7. 36 getroffene, nicht veröffentlichte deutsch-österreichische Vereinbarung, die offiziell als "Gentleman's Agreement" bezeichnet wurde. Das Juliabkommen, ausgehandelt zwischen dem deutschen Botschafter in Wien, Papen, und dem österreichischen Kanzler Schuschnigg, sollte die seit dem nationalsozialistischen Putschversuch vom 25. 7. 34 erheblich belasteten Beziehungen entspannen und entsprang auch italienischen Wünschen nach engerer Gestaltung der deutsch-italienischen Beziehungen im Anschluss an den deutschen Beistand im Krieg gegen Abessinien. Es sah in zehn Punkten u. a. vor: gegenseitige Zulassung von Presseerzeugnissen, Belebung der kulturellen und v. a. wirtschaftlichen Beziehungen, Koordinierung der Außenpolitik, Amnestie für die verfolgten österreichischen Nationalsozialisten, Übernahme politischer Verantwortung durch die "nationale Opposition". Dieser "Nichteinmischungspakt" wurde für Hitler der Hebel zur massiven Einmischung, da Schuschnigg die Absprachen dilatorisch behandelte und deutsche Anmahnungen provozierte. So führte das Juliabkommen nicht zum erhofften Zeitgewinn für Österreich, sondern über das Berchtesgadener Diktat zum Anschluss.