Julius Langbehn

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller und Kunstkritiker

    geboren: 26. März 1851 in Hadersleben gestorben: 30. April 1907 in Rosenheim


    Studium der Philologie, Naturwissenschaft und Kunstgeschichte. Langbehn ließ 1890 nach einer Hollandreise anonym sein Buch "Rembrandt als Erzieher. Von einem Deutschen" erscheinen, das ihm nach Bekanntwerden seiner Autorschaft den Beinamen "der Rembrandtdeutsche" einbrachte und das in zwei Jahren 40 Auflagen erlebte. Langbehn kritisierte darin den "materialistisch-mechanistischen" Zeitgeist, forderte die Rückkehr zur deutschen Schlichtheit ("Not tut den Deutschen not") und stellte Rembrandt, den "Maler der Wahrheit und Natürlichkeit", als Beispiel hin. Auf die nationalsozialistische Weltanschauung wirkte - über die Jugendbewegung - dabei besonders die Forderung nach einer stärkeren Bindung des modernen Menschen an die "Scholle". Während Langbehns Buch im Dritten Reich viel gelesen wurde (1936: 85. Auflage) und auch Titel wie "Dürer als Führer" (aus dem Nachlass 1928) Erfolg hatten, wurde der Weg des Autors zum Katholizismus (Konversion 1900) als Abkehr vom "Heldischen" kritisiert.