Julius Lippert

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Journalist

    geboren: 9. Juli 1895 Basel gestorben: 30. Juni 1956 Bad Schwalbach


    im Ersten Weltkrieg Freiwilliger, danach Jurastudium, 1921 Mitglied der Deutschvölkischen Freiheitsbewegung, 1923 Wechsel zur NSDAP. Goebbels berief Lippert 1927 zum Hauptschriftleiter des neu gegründeten "Angriff", den Lippert zu einem gefürchteten Hetzblatt machte. Im März 33 zum Staatskommissar für Berlin ernannt, erhielt Lippert 1937 den Posten eines "Oberbürgermeisters und Stadtpräsidenten der Reichshauptstadt". 1940 ging er zur Wehrmacht, war im Westfeldzug kurze Zeit Stadtkommandant von Arlon (Belgien), wurde 1941 Kommandeur der Propagandaabteilung Südost und war beteiligt an der Errichtung des Soldatensenders Belgrad. 1945 verhaftet, wurde Lippert 1952 in Belgien zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt, im gleichen Jahr aber nach Deutschland abgeschoben und dort am 1. 9. 53 in einem Spruchkammerverfahren als nationalsozialistischer "Aktivist" eingestuft, auch wegen seines antisemitischen Buchs "Im Strom der Zeit" (1940).