Junkerschulen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ab 1937 Bezeichnung für die 1934/35 eingerichteten SS-Führerschulen in Bad Tölz und Braunschweig. Schon in den Ordensburgen hatte man die Führeranwärter als "Ordensjunker" bezeichnet. Durch die zehnmonatigen Lehrgänge, die im Krieg auf vier Monate reduziert und 1943/44 auch in Klagenfurt und Prag durchgeführt wurden, gingen ca. 15 000 Teilnehmer. Obwohl den "Kriegsschulen" der Wehrmacht vergleichbar, setzte die Ausbildung in den Junkerschulen keine abgeschlossene höhere Schulbildung voraus. Diese militärische Schulung galt auch für die spätere Verwendung außerhalb der SS-Verfügungstruppe (später: Waffen-SS) in Polizei, SD etc. als Grundlage. Nur zum Teil galt für sie das Leitbild des trainierten und intelligenten Stoßtruppführers (Steiner). Der "weltanschaulichen Erziehung" kam in vier Wochenstunden kein großes Gewicht zu, weil die Organisation der SS als "Orden" insgesamt darauf angelegt war, dass sich alle Mitglieder mit ihr identifizierten. Der durch die Junkerschulen gegangene Nachwuchs stieg nur zum geringen Teil in höhere Positionen auf, weil die SS ganz allgemein geeignete Personen durch die Verleihung hoher Ränge zu gewinnen suchte. Himmlers Konzept eines siebenjährigen, vielseitigen Ausbildungswegs war nicht zu realisieren.