Juristen-Prozess

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Verfahren des Militärgerichtshofs III der USA in Nürnberg gegen Josef Altstötter und 15 andere frühere leitende Beamte des Reichsjustizministeriums, Angehörige des Volksgerichtshofs und von Sondergerichten sowie führende Staatsanwälte wegen Verbrechen gegen den Frieden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in verbrecherischen Organisationen (Fall 3). Hauptpunkt der Anklage war der Vorwurf des "Justizmordes und anderer Greueltaten, die sie dadurch begingen, daß sie Recht und Gerechtigkeit in Deutschland zerstörten und dann die leeren Hüllen von Rechtsformen zur Verfolgung, Versklavung und Ausrottung von Menschen in einem Riesenausmaß benutzten" (Eröffnungsrede der Staatsanwaltschaft). Durch Urteil vom 4. 12. 47 wurden vier Angeklagte zu lebenslänglicher, sechs zu zeitiger Freiheitsstrafe von fünf bis zehn Jahren verurteilt und vier freigesprochen. Zwei Verurteilte verbüßten die gegen sie verhängte Strafe; einer wurde vorzeitig wegen Krankheit entlassen. In sechs Fällen setzte US-Hochkommissar McCloy mit Gnadenerlass vom 31. 1. 51 die Strafen herab.