Kameradschaft

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in der nationalsozialistischen Ethik hochrangige Tugend, die wie der Nationalsozialist selbst "im Schützengraben des Weltkriegs" geboren sei. Eine richtig verstandene Kameradschaft überwinde "alle Gegensätze der Klassen" und sei damit Voraussetzung für das Werden der "Volksgemeinschaft". Die Betonung der Kameradschaft entsprach auch dem nationalsozialistischen Männlichkeitskult und der erwünschten "soldatischen Haltung".

    Der Begriff Kameradschaft wurde ferner als Bezeichnung für organisatorische Einheiten genutzt, insbesondere für Studentengruppen (als "neue Erziehungs- und Lebensgemeinschaft"). Kameradschaft hieß die kleinste Abteilung der HJ, Künstlergruppen nannten sich Kameradschaften und ganz allgemein wurden die Formationen der NSDAP pathetisch als "Kameradschaft des Dritten Reiches" bezeichnet.