Kampfzeit

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im nationalsozialistischen Sprachgebrauch rückblickend gebildete Bezeichnung für die Jahre bis zur Machtergreifung; übertragen auf die Aktivitäten der österreichischen Nationalsozialisten bis zum Anschluss. Die Kampfzeit wurde zur Fortsetzung des Fronterlebnisses stilisiert und sollte eine nationalsozialistische "Kampfgemeinschaft" beschwören, die nach dem Sieg im Innern Trägerin neuer deutscher Größe auch nach außen werden und damit den verlorenen Sieg im Ersten Weltkrieg doch noch erkämpfen und die "Schmach von Versailles" tilgen sollte. Demselben Ziel diente der Kult um die Alten Kämpfer, die durch die harte "Auslese" der Kampfzeit gegangen seien und so ihr "politisches Führertum" begründet hätten. Die Geschichte der Kampfzeit war eines der Hauptfächer der politischen Schulung, ihr zentrales Ereignis, der gescheiterte Hitlerputsch vom 8./9.11.23, wurde alljährlich zur Erinnerung durch einen Gedenkmarsch zur Feldherrnhalle gefeiert. Diese Glorifizierung verlieh der Kampfzeit ein gern, insbesondere in der Kriegszeit, in Parteikreisen gepflegtes nostalgisches Flair der "guten alten Zeit".