Karinhall

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach seiner ersten Frau benannter Landsitz Görings in der Schorfheide nordöstlich von Berlin in der Uckermark. 1934 erwarb Göring als preußischer Ministerpräsident in den preußischen Staatsforsten ein ehemals kaiserliches Jagdhaus am Wackersee und ließ es mithilfe von Architekten des Bauamts seines Innenministeriums nach genauesten eigenen Plänen ausbauen zu einer Art altdeutscher Herrensitz, auf dem er Staatsbesuche empfing, Jagden veranstaltete und sein ausgeprägtes Prunkbedürfnis pflegte. Das Hauptgebäude von Karinhall dominierte eine 50 m lange Eingangshalle, die als Bildergalerie diente und in Krieg die Beute des Kunstraubs aufnahm, den Göring in den besetzten Ländern auslöste. Für seine erste Frau ließ er gleich zu Anfang ein Mausoleum errichten, in dessen Gruft er den Leichnam aus Schweden überführen und im Beisein Hitlers am 19. 4. 34 beisetzen ließ. Auch die Feiern nach der Hochzeit mit Emma Sonnemann fanden in Karinhall statt. Im Januar 45 ließ Göring die Einrichtung von Karinhall nach und nach verpacken und nach Berchtesgaden auslagern. Im April 45 wurden die Gebäude von Wehrmachts-Pionieren bei Näherrücken der Roten Armee auf Görings Befehl zerstört.