Karl Barth

    Aus Lexikon Drittes Reich

    schweizerischer protestantischer Theologe

    geboren: 10. Mai 1886 in Basel gestorben: 10. Dezember 1968 in Basel


    1909 Hilfspfarrer in Genf, 1921 Professor in Göttingen, 1925 in Münster, 1930 in Bonn. Barth gehörte schon früh zu den religiösen Sozialisten und wurde später Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch seinen Kommentar zum Römerbrief (1919) bekannt, der eine klare Absage an die politische Theologie war und für den Menschen Erlösung nur durch die "Gnadenwahl" Jesu Christi sah. Was die Theologie von Gott wisse, könne sie nur in radikal gegensätzlichen Aussagen erfassen. An dieser so genannten dialektischen Theologie mit ihrer kompromisslosen Rückbesinnung auf die göttliche Offenbarung im "Wort" entzündete sich 1933 der kirchliche Widerstand gegen die nationalsozialistische Unterwanderung durch die Deutschen Christen. Barths Schrift "Theologische Existenz heute" vom Sommer 33 wurde zur Grundlage der Theologischen Erklärung der Barmer Bekenntnissynode und damit Fundament der Bekennenden Kirche. Als sich Barth Ende 34 nur bedingt zur Ablegung des "Treueids" bereit erklärte, nutzten das die nationalsozialistischen Behörden zu seiner Entlassung. Barth folgte 1935 einem Ruf nach Basel, wo er bis 1961 lehrte und an seinem unvollendet gebliebenen Hauptwerk "Kirchliche Dogmatik" (14 Bände) arbeitete.