Karl Brandt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Mediziner und SS-Gruppenführer (20. 4. 44)

    geboren: 8. Januar 1904 Mülhausen (Elsass) gestorben: 2. Juni 1948 Landsberg (Lech) (hingerichtet)


    1928 Examen, danach an einer Klinik in Bochum, Januar 32 zur NSDAP, 1933 SA-Mitglied. Im Sommer 33 behandelte Brandt den Adjutanten Hitlers, Brückner, und andere Personen aus Hitlers Umgebung, die bei einem Autounfall schwer verletzt worden waren. Auf Vorschlag Brückners ernannte Hitler Brandt 1934 zu seinem "Begleitarzt". Brandt ging nach Berlin, wurde im Juli 34 als Untersturmführer in die SS aufgenommen und rasch befördert (1939 bereits Obersturmbannführer). 1940 kam er zur Waffen-SS und wurde dem "Führerhauptquartier" zugeteilt. 1942 ernannte ihn Hitler zum Generalkommissar (August 44 Reichskommissar) für das Sanitäts- und Gesundheitswesen (mit Sonderaufgaben) und übergab ihm damit die Aufsicht über alle militärischen und zivilen medizinischen Einrichtungen. Von 1942 an war Brandt Mitglied des Präsidialrats des Reichsforschungsrats. Wegen einer Intrige gegen Hitlers Leibarzt Morell fiel er Ende 44 in Ungnade.

    Ein Militärgericht der USA verurteilte Brandt am 20. 8. 47 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation zum Tod (Ärzteprozess). U. a. wurde er als verantwortlich angesehen für die Ausführung von "grausamen und häufig tödlich verlaufenen medizinischen Versuchen" (Menschenversuche), die an KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und anderen Personen ohne deren Zustimmung vorgenommen worden waren, sowie für das "Sterbehilfe-Programm" (Euthanasie).