Karl Dönitz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Großadmiral

    geboren: 16. September 1891 in Grünau bei Berlin gestorben: 24. Dezember 1980 in Aumühle bei Hamburg


    1910 zur Marine, im Ersten Weltkrieg seit 1916 bei der U-Boot-Waffe, nach Gefangenschaft zur Reichsmarine. Dönitz wurde nach zahlreichen Kommandos und Stabsstellungen am 1. 1. 36 Führer der U-Boote und baute diese Waffe gemäß Deutsch-Britischem Flottenabkommen auf. Das ungenügende Bautempo machte er im Zweiten Weltkrieg - seit 12. 9. 39 Befehlshaber der U-Boote - durch taktisches Geschick wett. Seine Rudel-Angriffe auf alliierte Geleitzüge brachten zeitweilig die britische Versorgung über See fast zum Erliegen (insgesamt 2 882 Handelsschiffe mit 14,5 Millionen BRT versenkt). 1943 wurde er Nachfolger von Raeder als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, musste wenig später wegen steigender Verluste die Atlantikschlacht (Seekrieg) abbrechen, unterstützte aber weiter dem Soldateneid getreu Hitlers Kriegführung und verurteilte scharf die "ehrvergessenen" Offiziere, die das Attentat vom 20. 7. 44 geplant hatten. Hitler dankte ihm das im politischen Testament durch Ernennung zum Nachfolger als Reichspräsident, weil er die unbeirrte Fortführung des Kampfs von ihm erwartete. Dönitz aber hatte nur noch das Ziel, durch Teilkapitulation nach Westen möglichst viele Soldaten und Flüchtlinge vor der Roten Armee zu retten. Seiner "Geschäftsführenden Reichsregierung" in Flensburg (2. 5.-23. 5. 45) unter Schwerin von Krosigk gelang das nur in Ansätzen, bevor sie die Bedingungslose Kapitulation unterzeichnen musste. Dönitz wurde im Nürnberger Prozess wegen "Verbrechen gegen den Frieden" zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er in Spandau verbüßte.