Karl Haushofer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Geopolitiker

    geboren: 27. August 1869 in München gestorben: 13. März 1946 in Paehl bei Weilheim


    1887 Militär, 1903 Lehrer für Kriegsgeschichte, im Ersten Weltkrieg zuletzt Generalmajor. Haushofer hatte nach ausgedehnten Reisen in Fernost 1913 über Japan promoviert und war seit 1921 Professor in München. Sein Fachgebiet war die politische Geographie, die als Geopolitik "geographisches Gewissen des Staates" werden sollte. 1919 lernte er Heß kennen, der sein Schüler und "Wahlsohn" wurde. Trotz vieler Besuche bei Heß 1924 in der Festung Landsberg, wo "Mein Kampf" entstand, ist Haushofers Einfluss auf Hitlers Lebensraum-Ideologie gering zu veranschlagen. Hingegen dienten seine geopolitischen Theorien von der "deutschen Raumenge" später der "wissenschaftlichen" Fundierung der nationalsozialistischen Expansionspolitik. Haushofer, der angeblich aus "Tarnungsgründen" nie der NSDAP beitrat, wurde von den Nationalsozialisten als "Volkserzieher" gefeiert. 1934-37 war er Präsident der Deutschen Akademie und 1938-41 des Volksbunds für das Deutschtum im Ausland. Nach Heß' Englandflug geriet er 1941 in Misskredit und nach der Beteiligung seines Sohns Albrecht am Attentatsplan vom 20. 7. 44 in KZ-Haft. Die Alliierten, die Haushofer als Einbläser des nationalsozialistischen Imperialismus beschuldigten, zogen die Anklage wegen seiner erwiesenen Einflusslosigkeit zurück. Haushofer, tief erschüttert durch den Tod seines Sohns, nahm sich zusammen mit seiner Frau das Leben.