Karl Hermann Frank

    Aus Lexikon Drittes Reich

    sudetendeutscher Politiker

    geboren: 24. Januar 1898 Karlsbad gestorben: 22. Mai 1946 Prag


    1933 Propagandachef von Henlein, 1935 als Abgeordneter der Sudetendeutschen Partei im tschechoslowakischen Parlament, nach der Angliederung des Sudetenlands ans Deutsche Reich im Oktober 38 stellvertretender Gauleiter. Frank wurde nach der deutschen Besetzung der "Resttschechei" (März 39) Staatssekretär beim Reichsprotektor Neurath und nach dessen Ablösung im August 43 als Reichsminister, obwohl Frick unterstellt, eigentlicher Machthaber im Protektorat. Schon nach dem Attentat auf Heydrich (27.5.42) hatte Frank seine gnadenlose Härte bewiesen beim "Racheakt" von Lidice. Er setzte die terroristische Politik, insbesondere gegen die jüdische Bevölkerung, bis zum Kriegsende fort und floh schließlich in den Westen; er wurde aber von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert. Ein Prager Gericht verurteilte Frank zum Tod und ließ ihn im Hof des Pankraz-Gefängnisses vor mehreren tausend Zuschauern aufhängen.