Karl Jäger

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Standartenführer

    geboren: 20. September 1888 Schaffhausen gestorben: 22. Juni 1959


    Kaufmann, 1923 NSDAP-Beitritt, Mitglied der SS ab 1932, 1935 hauptamtlich als SS-Sturmbannführer in Ludwigsburg, anschließend in Ravensburg tätig. 1938 wurde Jäger zum SD-Abschnitt Münster versetzt, dessen Leitung er 1939 übernahm. Nach kurzer Tätigkeit in den Niederlanden wurde er bei Beginn des Russlandfeldzugs Kommandeur des Einsatzkommandos 3 der Einsatzgruppe A, später in Personalunion Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD für den Generalbezirk Litauen in Kowno. Unter seinem Befehl fanden in Litauen umfangreiche Massenerschießungen von Juden statt (Endlösung). Etwa im Herbst 43 kehrte Jäger nach Münster zurück, wurde aber wenig später als Polizeipräsident nach Reichenberg (Sudetenland) versetzt. Nach dem Krieg war er bis zu seiner Verhaftung (Verfahren wegen Judenerschießungen in Litauen) im April 59 als Landarbeiter tätig. Er nahm sich in Untersuchungshaft das Leben.