Karl Jarres

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Kommunalpolitiker

    geboren: 21. September 1874 in Remscheid gestorben: 20. Oktober 1951 in Düsseldorf


    Jurastudium, 1910 Bürgermeister in Remscheid: 1914-23 und 1925-33 Oberbürgermeister von Duisburg. Jarres, ein rechter Flügelmann der Deutschen Volkspartei, wurde wegen Widersetzlichkeit im Ruhrkampf zu Gefängnis verurteilt, übernahm im November 23 das Reichsinnenministerium und das Amt des Vizekanzlers unter Marx. 1925 stellten die Rechtsparteien Jarres für die Reichspräsidentenwahl auf. Obwohl er mit 10,42 Millionen Stimmen (= 38,8 %) am besten abschnitt, die absolute Mehrheit aber verfehlte, verzichtete er im 2. Wahlgang zu Gunsten Hindenburgs und widmete sich wieder mit großer Energie seinen kommunalpolitischen Aufgaben (u. a. Eingemeindung Hamborns). 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzt, ging Jarres in die Industrie (u. a. 1942-51 Aufsichtsratsvorsitzender der Klöckner-Werke), deren Wiederaufbau er nach 1945 maßgeblich förderte.