Karl Kaufmann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 10. Oktober 1900 Krefeld gestorben: 4. Dezember 1969 Hamburg


    nach dem Ersten Weltkrieg Freikorpskämpfer, Mitbegründer der NSDAP im Ruhrgebiet und seit 1924 Gauleiter im Bezirk Rheinland-Nord. Kaufmann gehörte zum entschieden antikapitalistischen Flügel der Partei um Gregor und Otto Strasser. Daher wirkte der Ruhrindustrielle Kirdorf bei Hitler auf Kaufmanns Ablösung hin und erreichte seine Ersetzung durch einen unternehmerfreundlichen Gauleiter. Kaufmann, von 1929-45 Gauleiter, ab 1933 Reichsstatthalter in Hamburg, ab 1942 SS-Obergruppenführer und "Reichskommissar für die christliche Seefahrt", galt selbst bei Regimegegnern als "relativ anständiger Mensch" (Aussage eines jüdischen Arztes). Er widersetzte sich im Mai 45 dem Befehl, Hamburg zu verteidigen, und übergab die Stadt kampflos den britischen Truppen. Nach dem Krieg mehrfach verhaftet und angeklagt, wurde Kaufmann aus Gesundheitsgründen jeweils nach kurzer Zeit wieder entlassen.