Karl May

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 25. Februar 1842 in Hohenstein-Ernstthal gestorben: 30. März 1912 in Radebeul


    Mit seinen Abenteuer- und Indianer-Romanen (u. a. "Winnetou", 1893) gehörte May in den 20er Jahren zu den beliebtesten "Jugend- und Volksschriftstellern". Einzelne nationalsozialistische Pädagogen bekämpften ihn jedoch als Pazifisten und "Gegner des Rassegedankens". Nationalsozialistische Führer wie Goebbels, Heß u. a. schätzten dagegen seine Darstellung des Heldischen. Hitler selbst las unmittelbar nach der Machtergreifung noch einmal fast alle 70 May-Bände, sah in Winnetou ein Vorbild für die deutsche Jugend und "das Musterbeispiel eines Kompanieführers". Noch in den Tischgesprächen der 40er Jahre verwies Hitler "dankbar darauf, dass seine Weltsicht und besonders sein Amerikabild v. a. von May geprägt worden seien. Dennoch wuchs bis Kriegsanfang die Verbotsliste für May-Titel wegen pazifistischer und antirassistischer Aussagen (u. a. "Und Frieden auf Erden", 1904). Schließlich durfte nur noch ein Teil des Gesamtwerks in "Neubearbeitung", gekürzt und mit antisemitischen Zwischentexten (die z. T. nach 1945 erhalten blieben) erscheinen. Dennoch war Mays christlicher und pazifistischer Einfluss u. a. auf jugendliche Protestgruppen wie die Edelweißpiraten nie ganz auszuschalten.