Karl Ritter von Halt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Sportfunktionär

    geboren: 2. Juni 1891 München gestorben: 5. August 1964 ebd.


    bis 1921 mehrfach deutscher Zehnkampfmeister und Achter bei den Olympischen Spielen 1912; Auszeichnung im Ersten Weltkrieg (Adelstitel durch Verleihung des Max-Joseph-Ritterordens), Studium der Staatswissenschaften, Bankkaufmann. Halt betreute 1924-39 die deutschen Leichtathleten bei allen Länderkämpfen, war seit 1929 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), leitete als Präsident die Organisation der Olympischen Winterspiele 1936 und verschiedene Verbände, u. a. den Internationalen Handball- und den Deutschen Bob- und Schlittensportverband. Zur Gleichschaltung des deutschen Sports trug Halt durch Kooperation mit Tschammer und als Leiter des Fachamts für Leichtathletik im (Nationalsozialistischen) Deutschen Reichsbund für Leibesübungen bei. Am 18. 9. 44 wurde dieser Einsatz mit der Berufung zum kommissarischen Reichssportführer belohnt. Nach dem Krieg internierten die Sowjets Halt bis 1950 im ehemaligen KZ Buchenwald. Danach wieder IOC-Tätigkeit und trotz publizistischer Angriffe wegen seiner Vergangenheit erfolgreich bei der deutschen Wiederzulassung zu Olympischen Spielen (1952) und dem Aufbau von gesamtdeutschen Olympiamannschaften.