Katholische Aktion

    Aus Lexikon Drittes Reich

    1886 in Italien ins Leben gerufene katholische Laienbewegung mit zunächst primär politischer Aufgabenstellung. Nachdem im Zuge der Demokratisierung nach dem Ersten Weltkrieg in den meisten Ländern katholische Parteien den politischen Part übernommen hatten, definierte Papst Pius XI. 1922 die Katholische Aktion neu als bewusst religiöse und soziale Bewegung (Enzyklika "Ubi arcano"). Sie wurde nach dem Verzicht auf parteipolitische Betätigung in den Lateranverträgen zur Rückzugsorganisation der Kirche für den Einfluss auf weltliche Angelegenheiten. Da der Vatikan zunehmend auf die autoritäre Karte setzte, rief seit 1928 der päpstliche Nuntius in Berlin, Pacelli, auch in Deutschland die Laien zur Sammlung in der Katholischen Aktion auf. Als im Konkordat mit Hitler dann der politische Katholizismus geopfert werden musste, erhoffte sich Rom von der Katholischen Aktion ähnliche Auffangfunktionen wie in Italien. Hitler aber hatte bewusst den Artikel 31 des Konkordats (Schutz katholischer Organisationen) offen gelassen, da er den Begriff "politisch" wesentlich enger auslegte als die Kurie ahnte. Der nationalsozialistische Totalitarismus konnte eine weltanschauliche Massenbewegung wie die Katholische Aktion nicht neben sich dulden, die das gesamte "deutsche Leben verchristlichen" wolle. Administrativ und mit Mitteln selektiven Terrors wurde die Katholische Aktion verfolgt, was am 30. 6. 34 in der Ermordung ihres Berliner Leiters Klausener gipfelte, der in Massenversammlungen gegen die nationalsozialistische Drangsalierung protestiert hatte.