Katyn

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Dorf und Wald 20 km westlich von Smolensk (UdSSR). Bei Katyn entdeckten im Frühjahr 43 deutsche Soldaten Massengräber, die laut deutscher Rundfunkmeldung vom 13. 4. 43 die Leichen polnischer Offiziere enthielten. Eine von der Reichsregierung bestellte Kommission von Ärzten aus der Schweiz und besetzten Ländern identifizierte von 4 363 exhumierten Leichen 2 730 als polnische Offiziere, die 1939 im Zuge des Polenfeldzugs in sowjetische Gefangenschaft geraten und im Lager Kozelsk festgehalten worden waren. Autopsien ergaben, dass die Polen schon vor dem deutschen Einmarsch in Russland, also von den Sowjets, durch Genickschuss getötet worden waren. Da sich die polnische Exilregierung in London, die vergeblich nach dem Verbleib von 10 000 Offizieren in der Sowjetunion geforscht hatte, dieser Darstellung anschloss, nutzte Stalin die Gelegenheit, mit den bürgerlichen Exilpolitikern zu brechen. Die Westalliierten vertraten, besorgt um die Kriegskoalition mit Moskau, die These von der deutschen Schuld am Massaker von Katyn. Die ließ sich 1946 im Nürnberger Prozess nicht erhärten und führte zur Absetzung des von der UdSSR geforderten Anklagepunkts Katyn. 1952 bestätigten Untersuchungen von US-Hauptankläger Jackson die sowjetische Verantwortung für dieses Kriegsverbrechen.