Kleine Entente

    Aus Lexikon Drittes Reich

    gegen Bestrebungen insbesondere Ungarns, aber auch Bulgariens und Italiens zur Revision der Pariser Vorortverträge gerichtetes Bündnissystem zwischen der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien, entstanden aus bilateralen Beistandsabkommen 1920/21. Die Initiative zur Kleinen Entente ging aus vom tschechoslowakischen Außenminister Beneš und wurde von Frankreich gefördert, das die Staaten der Kleinen Entente 1924-27 durch Bündnisse an sich band und damit sein System der kollektiven Sicherheit (1921 Vertrag mit Polen, 1935 französisch-sowjetischer Beistandspakt) gegen das wieder aufstrebende Deutsche Reich ausbaute. Die Kleine Entente wurde 1933 durch einen Organisationspakt verfestigt, der durch gemeinsame Institutionen (Ständiger Rat der Außenminister, Sekretariat, Wirtschaftsrat) aus der Kleinen Entente eine Art "fünfte Großmacht" entstehen lassen sollte. Dagegen schlossen Italien, Österreich und Ungarn 1934 den so genannten Dreipakt, der zusammen mit der sich bildenden Achse Berlin-Rom zur Erosion der Kleinen Entente führte. Sie scheiterte schließlich an den Minderheitenproblemen der Partnerstaaten, am Versagen der französischen Schutzmacht beim Münchener Abkommen und an der deutschen Übermacht nach 1938.