Knut Hamsun

    Aus Lexikon Drittes Reich

    norwegischer Schriftsteller

    geboren: 4. August 1859 in Lom gestorben: 19. Februar 1952 in Nörholm


    harte Jugend, Gelegenheitsarbeiter, Reisen nach Amerika; literarischer Durchbruch mit dem Roman "Hunger" (1890, deutsch 1891) und der großen Erzählung "Mysterien" (1892, deutsch 1914), 1920 Literatur-Nobelpreis für "Segen der Erde" (1917, deutsch 1918), episches Hauptwerk: die "Landstreicher"-Trilogie (1927-33). Hamsuns Preisung des einfachen Lebens, seine Naturnähe und die antiamerikanisch-antizivilisatorische Haltung seiner "Helden" machten ihn in der deutschen Jugendbewegung wie im völkischen Lager zu einem der beliebtesten Autoren. Auch die Nationalsozialisten lobten seinen "Dienst an der Erde", vermissten aber den "herrischen Willen" der "Nordländer" und bemängelten seinen Hang "zu der meist minderwertigen ... Frau". Hamsun sah im Nationalsozialismus eine Hoffnung gegen den angelsächsischen Materialismus und stand daher der faschistischen "Nasjonal Samling" Quislings positiv gegenüber. Nach der deutschen Besetzung Norwegens 1940 rief er zur Einstellung des Widerstands auf, weil er den nationalsozialistischen Versprechungen einer bevorzugten Stellung Norwegens in der angeblich geplanten "großgermanischen Weltgemeinschaft" glaubte. Unermüdlich setzte er sich bei den deutschen Behörden für verurteilte Landsleute ein und forderte bei einem Treffen mit Hitler in Wien 1943 vergeblich die Abberufung von Reichskommissar Terboven, dessen "Preußerei" er verurteilte. Nach Kriegsende wurde Hamsun wegen seiner deutschfreundlichen Haltung verfemt und 1947 zu hoher Geldstrafe verurteilt. Sein Bericht über das Verfahren unter dem Titel "Auf überwachsenen Pfaden" (deutsch 1950) ist ein erschütterndes Dokument des Scheiterns an einer nie begriffenen politischen Brutalität.