Kommandobefehl

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Befehl Hitlers vom 18. 10. 42 zur Vernichtung so genannter Terror- und Sabotagetrupps. Ungefähr ab Mitte 40 wurden in England Kommando-Verbände aufgestellt mit dem Ziel, durch Operationen in den besetzten Westgebieten die deutschen Besatzungstruppe zu beunruhigen sowie durch die Unternehmungen militärische und wirtschaftliche Einrichtungen zu zerschlagen. Auf dem Höhepunkt der Kommando-Kriegsführung ließ Hitler im Wehrmachtbericht vom 7. 10. 42 bekannt geben, dass "in Zukunft sämtliche Terror- und Sabotagetrupps der Briten und ihrer Helfershelfer ... von den deutschen Truppen ... rücksichtslos im Kampf niedergemacht werden". Das OKW/Wehrmachtsführungsstab wurde beauftragt, die Ankündigung in einen geeigneten Kommandobefehl umzusetzen, der den nachgeordneten Dienststellen als Grundlage und Richtlinie für in künftigen Fällen zu treffende Entscheidungen dienen sollte. Darauf hingewiesen wurde, dass Angehörige derartiger Kommandos, soweit sie in die Hände der Wehrmacht fielen, dem SD zu übergeben seien; jede Verwahrung unter militärischer Obhut sei - auch nur vorübergehend - strengstens verboten. In einem Begleitschreiben erläuterte Hitler die Gründe für den Erlass des Kommandobefehls, wobei er hervorhob, dass durch den Einsatz der feindlichen Sabotagetrupps erhebliche Personen- und Sachschäden verursacht würden; es müsste deshalb dem Gegner klargemacht werden, dass jeder Sabotagetrupp ausnahmslos bis zum letzten Mann niedergemacht werde. Die in Gefangenschaft geratenen Angehörigen von Kommandotrupps wurden nach Übergabe an den SD erschossen.