Kommunistische Partei Deutschlands

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (KPD), am 30. 12. 18 durch Zusammenschluss des Spartakusbunds (1916 von der SPD abgespalten) und der "Internationale Kommunisten Deutschlands" in Berlin gegründete linksextreme politische Partei; im Dezember 20 Anschluss des linken Flügels der USPD. In den zahlreichen innerparteilichen Konflikten setzte sich 1928/29 der "linke" Flügel unter der Führung Thälmanns (Vorsitzender seit 1925) durch; die "Rechten" gründeten im März 29 die Kommunistische Partei Opposition (KPO). Von da an orientierte sich die KPD organisatorisch und politisch gänzlich an der (stalinistischen) KPdSU, bildete faktisch die deutsche Sektion der Kornintern und sah in der "sozialfaschistischen" SPD ihren Hauptgegner, während sie die NSDAP völlig unterschätzte und so eine gemeinsame Opposition der deutschen Arbeiterbewegung gegen den Nationalsozialismus verhinderte. Andererseits trugen die KPD und ihr Roter Frontkämpferbund durch Straßenkämpfe und Saalschlachten v. a. mit der SA wesentlich zur Brutalisierung der politischen Auseinandersetzungen in der Endphase der Republik bei (z. B. Altonaer Blutsonntag). – Zentralorgan der KPD war die "Rote Fahne".

    Bei Reichstagswahlen konnte die KPD ihren Stimmenanteil fast kontinuierlich steigern: von 2,1 % (1920) auf 16,9 % (November 32). Nach dem Reichstagsbrand am 27. 2. 33, den die nationalsozialistische Propaganda der KPD zur Last legte, wurden viele ihrer Mitglieder und die meisten ihrer 100 Reichstagsabgeordneten verhaftet (insgesamt rund 3 000 Personen) und ihre Wahlpropaganda fast gänzlich unterbunden; dennoch erhielt sie bei den Reichstagswahlen vom 5. 3. noch 12,3 % der Stimmen. Unmittelbar nach der Wahl wurden alle 81 kommunistischen Mandate kassiert; an der Sitzung des Reichstags am 24. 3. 33, bei der das Ermächtigungsgesetz verabschiedet wurde, konnte kein Kommunist teilnehmen. Die so faktisch (als erste deutsche Partei) verbotene KPD bestand im Ausland unter der am 30. 1. 33 gegründeten "Auslandsleitung" (in Paris und Prag, seit 1941 – unter der Führung Piecks und Ulbrichts – in Moskau) und illegal in Deutschland, unter der "Inlandsleitung" (in Berlin), weiter. Mit Ausnahme der Roten Kapelle waren die kleinen und zersplitterten, durch massenhafte Verhaftungen (allein 1936/37 rund 20 000 Personen) geschwächten kommunistischen Widerstandsgruppen weitgehend wirkungslos; verspätete Versuche, den Antifaschismus auf eine Volksfrontbasis zu stellen, blieben ohne Echo beim sozialdemokratischen und bürgerlichen Widerstand.

    Am 11. 6. 45 wurde die KPD neu gegründet. In der Sowjetzone schloss sie sich am 21. 4. 46 mit der SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zusammen; in der Bundesrepublik wurde sie am 17. 8. 56 als verfassungswidrig verboten.