Konrad Graf von Preysing

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Kardinal

    geboren: 30. August 1880 in Kronwinkl bei Landshut gestorben: 21. Dezember 1950 in Berlin


    (eigentlich Konrad Graf von Preysing-Lichtenegg-Moos), Jurastudium, bayerischer Gesandtschaftssekretär in Rom, 1910 Theologiestudium, 1912 Priesterweihe, 1917 bis 32 Prediger und Domkapitular in München, 1932 Bischof von Eichstätt und 1935 von Berlin. Preysing übernahm die Diözese der Reichshauptstadt, als der nationalsozialistische Angriff auf die kirchlichen Institutionen sich voll entfaltete. Er wehrte sich mit Hirtenbriefen, unterlief Unterrichtsverbote für Priester durch Aktivierung von katholischen Laien und prangerte nationalsozialistische Verletzungen des Konkordats öffentlich an. Das führte zu Schikanen (u. a. zeitweises Verbot des Bistumsblatts) und zu verschärfter Predigtüberwachung, doch ließ man aus Kriegsrücksichten Preysing persönlich weitgehend unbehelligt, selbst als er im März 41 in einer Predigt scharf gegen Euthanasie-Maßnahmen protestierte. Vergeblich jedoch versuchte er die Judendeportation zu bremsen; auf einen Hilferuf an den von früher her befreundeten Papst Pius XII. erhielt er Ende April 43 nur Vertröstungen. Auch die Hoffnungen auf einen Erfolg des Widerstands, mit dem Preysing über den Kreisauer Kreis verbunden war, erfüllten sich nicht. Nach Kriegsende wandte sich Preysing so engagiert wie zuvor gegen die Nationalsozialisten gegen die Ausschreitungen der Besatzungsmächte, rief zu Hilfsaktionen für die hungernde Bevölkerung auf und wurde Weihnachten 1945 zum Kardinal ernannt.