Konrad Lorenz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    österreichischer Biologe

    geboren: 7. November 1903 in Wien gestorben: 27. Februar 1989 in Altenberg, Niederösterreich


    1937 Privatdozent in Wien, 1940 Professor in Königsberg. Lorenz wurde durch Studien zum Tierverhalten, v. a. der Graugans, bekannt und erlag zeitweilig dem biologistischen Zeitgeist, indem er problematische Parallelen zum menschlichen Verhalten zog. In seinem Aufsatz "Psychologie und Stammesgeschichte" (1943) empfahl er "scharfe Abgrenzung und Ausscheidung" der "verfallbehafteten Gesellschaftselemente" und arbeitete so unwillentlich der nationalsozialistischen Rassenpolitik in die Hände. Lorenz, der diese Formulierungen später selbst als "naiv" einstufte, war 1944-48 in sowjetischer Gefangenschaft, baute 1949 ein Institut für vergleichende Verhaltensphysiologie auf und erhielt Lehraufträge zahlreicher Hochschulen. 1961-73 war er Direktor des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Seewiesen und wurde 1973 mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin ausgezeichnet. Er folgte nicht der Anregung Wiesenthals, den Preis "als Zeichen der Reue" für seine Äußerungen im Dritten Reich abzulehnen. Von Lorenz' zahlreichen Publikationen sind zu nennen: "Das sogenannte Böse" (1963), "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit" (1973), "Der Abbau des Menschlichen" (1983).