Konstantin Hierl

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 24. Februar 1875 Parsberg (Oberpfalz) gestorben: 23. September 1955 Heidelberg


    im Ersten Weltkrieg Generalstabsoffizier; nach dem Krieg Freikorpsführer, 1919 wieder zur Reichswehr, als Ludendorff-Anhänger nach dem Hitlerputsch entlassen. Als "glühender Nationalist" schloss sich Hierl 1927 der NSDAP an, wurde 1929 von Hitler zum Organisationsleiter II in der Reichsleitung ernannt, wo er einen "Organisationsplan für den Reichsarbeitsdienst (RAD)" entwickelte (1930). 1933 war Hierl zunächst Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium und "Beauftragter des Führers für den RAD" und erhielt 1935 den Titel Reichsarbeitsführer, nachdem die Freiwilligkeit durch eine sechsmonatige Arbeitsdienstpflicht ersetzt worden war. Durch den RAD wollte Hierl die "deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus" zum "Erlebnis der Volksgemeinschaft aus Arbeit und Leistung" erziehen, wollte das "Wort Arbeiter" wieder "zum Ehrentitel für jeden Deutschen" machen. Hierl organisierte den RAD militärisch straff nach dem Führerprinzip, wurde während des Kriegs Hitler unmittelbar unterstellt und 1943 zum Reichsminister ernannt. Nach 1945 stufte ihn ein Spruchkammerverfahren als "Hauptschuldigen" ein und verhängte Einzug des halben Vermögens und fünf Jahre Arbeitslager. Nach der Entlassung betätigte sich Hierl als völkischer Publizist und Propagandist, u. a. in seinen Memoiren "Im Dienst für Deutschland 1918-1945" (1955).