Kraft durch Freude

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (KdF), Freizeitorganisation im Rahmen der Deutschen Arbeitsfront (DAF), gegründet 27. 11. 33; der Name soll auf einen Vorschlag Hitlers zurückgehen. Nach dem Vorbild der italienischen faschistischen Organisation Dopolavoro war KdF dazu bestimmt, durch ein reichhaltiges Angebot an Freizeitgestaltung v. a. die dem Nationalsozialismus noch fernstehende Arbeiterschaft zu gewinnen. Dabei griff man ebenso auf die bewährte sozialistische Praxis (z. B. Arbeiterbildungsvereine) zurück, wie man sich der Einrichtungen und des Vermögens der Gewerkschaften bediente.

    KdF umfasste folgende Ämter:

    1. das Amt "Feierabend" veranstaltete Theateraufführungen, Konzerte u. a., die bis 1938 von ca. 38 Millionen Menschen besucht wurden; dazu politische Kurse des Deutschen Volksbildungswerks; #das Sportamt leitete den Betriebssport zur "Wehrertüchtigung" und "rassischen Vervollkommnung";#das Amt "Schönheit der Arbeit" bemühte sich um Verbesserung der Arbeitsbedingungen und ästhetische Gestaltung des Arbeitsplatzes;#im Amt "Wehrmachtsheime" wurde eine Verbindung zu Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst hergestellt; 5. das Amt "Reisen, Wandern und Urlaub" organisierte (bis 1938) für ca. zehn Millionen Menschen Urlaubsreisen, v. a. in touristisch wenig erschlossene Gebiete wie Bayerischer Wald oder Masuren, aber auch ins Ausland (Italien) und über See. Vor allem diese Kreuzfahrten trugen zur Popularität von KdF bei; die weiße "Flotte des Friedens" der KdF-Schiffe (u. a. "Wilhelm Gustloff") wurde bei Auslandsreisen bewusst als Botschafterin des Nationalsozialismus eingesetzt.Die weitergehenden Ziele des hoch subventionierten Freizeitunternehmens im Rahmen der Kriegsvorbereitung wurden von führenden Funktionären nach Kriegsbeginn offen zugegeben: "Wir schickten unsere Arbeiter nicht auf eigenen Schiffen auf Urlaub oder bauten ihnen gewaltige Seebäder, weil uns das Spaß machte ... Wir taten das nur, um (sie) gestärkt und neu ausgerichtet an (ihren) Arbeitsplatz zurückkehren zu lassen" (DAF-Pressereferent Starcke, 1940). Die Einrichtungen von KdF erwiesen sich auch als brauchbar für Kriegszwecke. Die Passagierdampfer wurden als Truppentransporter eingesetzt, die Ferienburgen an der See zu Lazaretten umgebaut, das KdF-Auto (Volkswagen), auf das 300 000 Besteller sparten, verließ das KdF-Werk im späteren Wolfsburg (damals: Stadt des KdF-Wagens) als Kübelwagen der Wehrmacht.