Krieg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    gewaltsame Lösung von Konflikten zwischen Kulturen, Staaten, Völkern oder Bündnissystemen. In der sozialdarwinistischen Weltanschauung Hitlers war Krieg ein zentraler Begriff, der den "ewigen Kampf ums Dasein" in der Natur auf das menschliche Zusammenleben übertrug, in dem sich letztlich immer auch der Stärkere durchsetze. Die Bereitschaft zum Krieg beruhe auf der elementaren Erkenntnis, "dass nur der Einsatz des Lebens seine Unverlierbarkeit sichert" (Brockhaus zum Zeitgeschehen, 1942). Unter Berufung auf Clausewitz, der den Krieg als "Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel" einstufte, gehörte Krieg im nationalsozialistischen Verständnis zum legitimen Instrumentarium der Politik. Die Friedensbeteuerungen der ersten Jahre stufte Hitler selbst als reine Taktik ein, die ihn gezwungen habe, "jahrzehntelang fast nur vom Frieden zu reden", während es die wahre "Zielsetzung dieses Systems" sei, das "Volk zu der Bereitschaft zu bringen, geradezustehen, auch wenn es zu blitzen und zu donnern beginnt" (Geheimrede vor der deutschen Presse am 10. 11. 38).