Kriegsfilme

    Aus Lexikon Drittes Reich

    von den Nationalsozialisten vorrangig gefördertes und propagandistisch genutztes Spielfilmgenre. Bereits in den 20er Jahren stellten zahlreiche deutsche Kriegsfilme den Krieg als "reinigendes Stahlbad" dar, propagierten noch vor der Machtübernahme völkisch-militaristisches Heldentum: "Ich könnte zehn Tode sterben für Deutschland, hundert", verkündete der untergehende U-Boot-Kommandant in "Morgenrot" (1933). In der Vorkriegszeit dienten Kriegsfilme als zentrales Medium der psychologischen Kriegsvorbereitung, verklärten Pflichtgefühl und Opferbereitschaft ("Urlaub auf Ehrenwort", 1937), überzeichneten zum Teil ihren Chauvinismus bis zum Unglaubwürdigen: Der Film "Unternehmen Michael" (1937) über die Frühjahrsoffensive 1918 erweckte im Zuschauer den Eindruck, "Deutschland habe den Ersten Weltkrieg gewonnen" (E. Leiser). Die nach Kriegsbeginn entstandenen Kriegsfilme feierten deutsche militärische Überlegenheit ("Feuertaufe", 1940) oder verherrlichten den Heldentod ("Stukas", 1941). Es sollte laut Goebbels zwar "Härte und Größe" des Kriegs gezeigt werden, aber nichts, was "das Grauen vor dem Krieg fördern" könnte.