Kriegsroman

    Aus Lexikon Drittes Reich

    besonders gefördertes Genre der nationalsozialistischen Literatur. Als Reaktion auf eine wachsende Zahl pazifistischer Romane Ende der 20er Jahre (u. a. Remarque: "Im Westen nichts Neues", 1929) entstanden noch vor 1933 zahlreiche nationalsozialistische Kriegsromane über den Ersten Weltkrieg, in denen Autoren wie Beumelburg, Dwinger, Zöberlein Kampf und Gewalt ästhetisch verklärten und die "reinigende und erneuernde" Wirkung des Kriegs auch als Lösung aktueller gesellschaftlicher Probleme anboten. Im Zuge der langfristigen psychologischen Kriegsvorbereitung erfuhr der Kriegsroman durch propagandistische Maßnahmen und Literaturpreise besondere Unterstützung; im Bereich der Jugend-, Heft- und Unterhaltungsreihen ersetzte er im Verlauf der 30er Jahre weitgehend andere Genres wie Wildwest- oder Kriminalromane. Auf einem "Kriegsdichtertreffen" 1936 schlossen sich 50 Autoren zu einer "Mannschaft Kriegsdichter" zusammen. Nach Kriegsausbruch wurden für ausgewählte Autoren "Dichterfahrten" an die Front organisiert, deren Ergebnisse sich v. a. in literarisch gestalteten "Erlebnisberichten" niederschlugen, die besonderen tagespolitischen Zielen verpflichtet waren, den Krieg verniedlichten ("Los! Angepackt das bißchen Krieg. In die Hände gespuckt." Otto Paust) oder Durchhalteparolen ausgaben. Nach 1945 setzten Heftreihen wie "Der Landser" oder "SOS" die Tradition des trivialen Kriegsromans fort.