Kurt Huber

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Philosoph

    geboren: 24. Oktober 1893 in Chur gestorben: 13. Juli 1943 in München


    Studium in München; 1926 Professor für Psychologie (Musikästhetik, Volksliedforschung); 1937/38 vorübergehend in Berlin. Hubers Konflikt mit dem Nationalsozialismus, dem er von Anfang an ablehnend gegenüberstand, brach in der Berliner Zeit auf, als er den Missbrauch erlebte, den die nationalsozialistische Kulturpolitik mit Volksbrauchtum und -kunst trieb. Als Katholik stießen ihn auch das braune Neuheidentum und die polizeistaatliche Willkür ab. Huber ging zurück nach München und wurde im Krieg Zentrum des studentischen Widerstandskreises Weiße Rose. Mit seinen Schülern organisierte er Flugblattaktionen gegen Nationalsozialismus und Krieg zunächst in München, später auch in Frankfurt, Wien, Stuttgart und Augsburg. Er war Verfasser der Protestschrift, die die Geschwister Hans und Sophie Scholl Anfang Februar 43 verbreiteten und die zu ihrer Verhaftung führte. Am 27. 2. 43 holte die Gestapo auch Huber ab, der vom eigens nach München gereisten Volksgerichtshof unter Freisler am 19. 4. zum Tod verurteilt wurde und drei Monate später unter dem Fallbeil starb.